DTM 2026: Mercedes-AMG Motorsport stimmt sich auf angepasste Rahmenbedingungen ein

DTM 2026: Mercedes-AMG Motorsport stimmt sich auf angepasste Rahmenbedingungen ein
  • Neuer Reifen ein zentraler Faktor beim DTM-Auftakt im österreichischen Spielberg
  • Drei Fragen an Thomas Jäger, Sportlicher Leiter DTM bei Mercedes-AMG Customer Racing
  • Thomas Jäger: „Die neuen Reifen bleiben erst einmal eine kleine Unbekannte“

Vom 24. bis 26. April wird auf dem Red Bull Ring in Spielberg die DTM-Saison 2026 eröffnet. Mit Lucas Auer (AUT/Mercedes-AMG Team Landgraf), Maro Engel (GER/Mercedes-AMG Team RAVENOL), Jules Gounon (FRA/Mercedes-AMG Team MANN-FILTER) und Tom Kalender (GER/Mercedes-AMG Team Landgraf) setzt Mercedes-AMG Motorsport auf das Fahrer-Line-up, das in der Vorsaison die Herstellermeisterschaft gewann. Im Fokus steht beim Saisonauftakt 2026 vor allem der neue, exklusiv für die DTM entwickelte Pirelli-Reifen. Thomas Jäger, bei Mercedes-AMG Customer Racing für die sportliche Leitung der DTM-Einsätze verantwortlich, ordnet die wichtigsten Änderungen und Herausforderungen vor dem Saisonstart ein.

Der ADAC erhofft sich von den exklusiven DTM-Reifen eine Kostenreduktion durch Testlimitierung, ein schnelleres Aufwärmen und mehr Überholmanöver durch erhöhten Abbau. Wie sind deine ersten Eindrücke?
Thomas Jäger: „Nach dem letzten Test Ende März in Vallelunga haben sich die Teams gemeinsam mit dem ADAC und Pirelli für die jetzige Reifenspezifikation von Pirelli entschieden. Pirelli hat in diesem Prozess bewiesen, dass sie sehr nah am Geschehen sind und Anpassungen schnell umsetzen können. Dadurch, dass die Exklusiv-Reifen an dem Standort Breuberg in Deutschland hergestellt werden, ist man nicht nur sehr flexibel, sondern wird auch dem Nachhaltigkeitsanspruch gerecht. In Verbindung mit dem synthetischen Kraftstoff ist das ein gutes Konzept. Zudem vermeidet man mit einheitlichen Chargen effektiv Qualitätsunterschiede zwischen einzelnen Reifensätzen. Gleichzeitig haben Fahrer, die beispielsweise in der GT World Challenge Europe im Einsatz sind, keinen Erfahrungsvorteil mehr, was den Umgang mit den Reifen angeht. Das ist aus unserer Sicht der richtige Schritt für die DTM. Trotzdem bleiben die neuen Reifen erst einmal eine kleine Unbekannte. Die Auswirkungen werden je nach Fahrzeugkonzept variieren. Das Abbauverhalten hängt davon ab, wie die Gewichtsverteilung im Fahrzeug ist, ob beispielsweise der Motor vorne oder hinten verbaut ist. Deshalb wird es auch darauf ankommen, diese Abweichungen mit der Balance of Performance (BoP) gezielt auszugleichen.“

Damit das gelingt, hat der ADAC bei der Einstufung der BoP zusätzliche Messtechniken eingeführt. Wie wird sich das auf den Wettbewerb auswirken?
Thomas Jäger: „Die Teams, Fahrer und Ingenieure der DTM operieren durchweg auf einem hohen Professionalitätsniveau im GT-Bereich – gemessen am Prinzip: ein Fahrzeug, ein Fahrer. Die Abstimmung des Fahrzeugs erfolgt somit gezielt auf einen Fahrer. Das ist ein Unterschied zu anderen Serien, in denen sich mehrere Fahrer ein Fahrzeug teilen und die Fahrzeugabstimmung naturgemäß allen Fahrern gerecht werden muss. Mit der zusätzlichen Messtechnik können noch mehr fahrzeugspezifische Daten gesammelt werden, was die Einstufung der BoP zusätzlich unterstützt. Insgesamt vier Wettbewerber von Mercedes-AMG Motorsport bringen in dieser Saison entweder ein neues Fahrzeug oder ein Evo-Paket an den Start. Da sind immer Performance-Sprünge zu erwarten. In Kombination mit den neuen Reifen erschwert das die Einstufung zunächst. Deshalb hoffen wir, dass die umfangreicheren Messtechniken schnell greifen und ein ausgewogenes Leistungsniveau gewährleistet ist.“

Die erste Bewährungsprobe dieser Reglementänderungen ist der Saisonstart in Spielberg. Wie herausfordernd wird der Auftakt für Mercedes-AMG Motorsport?
Thomas Jäger: „Wir stehen vor denselben Herausforderungen wie alle anderen Hersteller und müssen zunächst einmal die neuen Reifen verstehen. Aktuell weiß noch niemand genau, wie sich die Änderungen auswirken werden. Alles in allem gehen wir aber zuversichtlich in die neue Saison und freuen uns, dass wir dank der Unterstützung unserer Teams und Partner wieder mit vier Fahrzeugen antreten können. Unser Line-up hat in der vergangenen Saison seine Wettbewerbsfähigkeit unter Beweis gestellt. Die fahrerische Konstanz und die Zuverlässigkeit des Mercedes-AMG GT3 gehörten 2025 sicher zu unseren größten Stärken, die wir auch in der neuen Saison wieder ausspielen wollen.“

Mercedes-AMG PETRONAS F1 Team

Mercedes-Benz und Google

Mercedes-Benz WAC1899 Stuttgart

Wir danken unserem Kompetenzpartner Mercedes-Benz für den bereitgestellten Content.
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